Der
Teufel
( ''Schatan'' שטנ: Widersacher; wesen, das dem "Guten" Gottes nur "Böses" entgegensetzt.
Der Teufel ist im
Christentum .html"> (
Gott)es und
Versucher | (
Versuchung|Versucher) der Menschen.
Im zugrundeliegenden
Judentum | (
Judentum) wie auch im Islam ist seine Rolle deutlich untergeordnet.
Die volkstümliche Darstellung des Teufels leitet sich oft auf ursprünglich heidnische Götter zurück.Manchmal wird er auch gedeutet als auch der Archetypus des lüsternen und potenten Mannes, sowie ein Symbol für die inneren Triebe und Kräfte die in den Menschen ruhen.
Luzifer war in der Antike der Name für den Planeten Venus und wurde schon im antiken
Babylon .html">Venus .html"> (
Mythologie) war er der Sohn der
Aurora | (
Aurora), Göttin der Morgenröte und wurde auch dort als Morgenstern am Himmel bezeichnet.
Messadié sieht den Wandel Satans vom Ankläger in Gottes Rat zum Gegenspieler Gottes als Übernahme des
Ahriman .html"> (
Zoroastrismus); dort waren der böse Welterschaffer und der gute Gott
Ormuzd | (
Ormuzd) in der Tat Gegenspieler.
Dieser Unterschied zwischen bösem
Demiurg .html"> (
Geist)es, der den Teufel als Gegenspieler
Gott .html"> (
Theodizee) aufzuwerfen, wurde so auch im Glauben der christlichen
Gnosis | (
Gnosis) eingebunden. Ein Glaube, der göttliche Omnipotenz akzeptiert, andererseits allerdings Satan als Gegenspieler Gottes sieht, hat durch diesen logischen Gegensatz ein philosophsiches Problem mit der Vereinigung beider Teile.
Im Judentum
Die hebräische Bezeichnung (satan: שטנ, "Sin-Tat-Nun", soviel wie Widerstandleistender wird sowohl auf Menschen als auch auf einen
Engel | (
Engel) angewendet.
Die ausführlichste Darstellung des Satan im Judentum findet sich im Buch
Ijob | (
Ijob (Buch|Ijob, wo Gott den Satan beauftragt, Ijobs Glauben auf die Probe zu stellen. Im Gegensatz zu späteren (christlichen, islamischen Entwicklungen erscheint der Satan hier als gehorsamer Diener Gottes.
In zwei weiteren Fällen tritt der Satan auf, als Versucher (
1. Buch der Chronik .html">Sacharja | (
Sacharja (Buch|Sacharja 3,1 des sündigen Menschen im Gegensatz zur späteren Deutung als Widersacher Gottes.
Teilweise werden auch Menschen im
alten Testament | (
Altes Testament|alten Testament) allgemein als ''Widersacher'' bezeichnet. Das hebräische Wort wird dann i.a. ohne bestimmten Artikel benutzt.
Im Christentum
Altes Testament
Bei
Jesaja .html"> (
König) von
Babel .html"> (
Helios).
Der Bezug auf den König wird schon anfänglich klargemacht:
:''(4 da wirst du dieses Spottlied anstimmen über den König von Babel und sagen: Wie hat aufgehört der Unterdrücker , aufgehört das Anstürmen !''
Die Stelle selbst lautet:
:''(12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen!''
:''(13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: "Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden .''
:''(14 Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen." -''
:''(15 Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.''
(Zitiert nach revidierter Elberfelder Übersetzung
Die Kirchenväter sahen in diesem Text eine Parallele auf den in
Lukas .html"> (
Satan) vom Himmel fallen wie einen Blitz" beschriebenen Fall Satans vom
Himmel | (
Himmel). Der so genannte Engelssturz, das Hinabstürzen der bösen Mächte in die Unterwelt, wurde ein oft verwendetes Motiv in der Kunst.
Neues Testament
Das Christentum gibt dem gefallenen Engel (deshalb die Wortbedeutung "Lichtbringer" für den Teufel Luzifer, als Anführer aller rebellierenden Engel, eine neue Rolle. Diese findet sich insbesondere in der
Offenbarung des Johannes .html"> (
Engel) von
Gott .html"> (
Souverän) über das
Universum .html">Gottes | (
Gott|Gottes).
Verwiesen werden muss freilich auf 2. Korinther, 11.14, wo es heißt, dass Satan in der Gestalt eines Engels des Lichts erscheint. Somit wird im Grunde die Aussage, dass Satan ein Engel gewesen sei, in Frage gestellt. Denn tatsächlich war er es nicht, sondern tarnte sich als ein solcher.
Vor dem
jüngsten Gericht .html"> (
Offenbarung des Johannes) einen Kampf zwischen den Kräften des Guten (Gott, Jesus Christus und den Kräften des Bösen (Teufel.
Der Ausgang dieses Kampfes ist aber schon prophezeit, der Teufel und seine Anhänger werden für immer verstoßen. Für die Christen folgt dagegen die Neuerschaffung der Welt und das
ewige Leben | (
Ewiges Leben|ewige Leben).
Bis zur Zeit dieses letzten Kampfes versucht der Teufel nach christlichem Verständnis, möglichst viele Menschen vom rechten Pfad, d.h. dem Glauben an Gott durch Christus, abzubringen. Die Methoden des Teufels sind dabei Verharmlosung, Lüge oder Verschleierung.
Der Ursprung dieser Entwicklung im Christentum aus dem Judentum ist umstritten. Die Literatur der Zeitwende im jüdisch-hellenistischen Umfeld enthält viele
apokalyptische .html"> (
Zoroastrismus), mit dem das Judentum in Babylonien in Berührung geriet.
In der Frühen Neuzeit, genauer etwa seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis weit ins 18. Jahrhundert hinein, trug der christliche Glaube an die Existenz des Teufels wesentlich zur damaligen
Hexenverfolgung .html"> (
Hexe)n bzw. Hexenmeistern damals gemacht wurde, war, dass sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten und darüber hinaus mit ihm Geschlechtsverkehr (die so genannte
Teufelsbuhlschaft | (
Teufelsbuhlschaft) betreiben würden.
Auch unter Christen und christlichen Theologen ist heute die Frage der Existenz eines Teufels umstritten. So glauben nur noch ca 30 % aller Christen in der
BRD .html"> (
Herbert Haag) haben versucht zu zeigen, dass es ein Missverständnis biblischer Texte ist, wenn man meint, sie wollten ihre Leser auf die Annahme der Existenz eines personalen Bösen festlegen.
Im Islam
Im Islam ist ''
Schaitan .html"> (
Iblis)'' (arabisch der Widersacher der Menschen. Nach islamischer Lehre ist Schaitan nicht nur ein Geschöpf Allahs, sondern auch äußerst gottesfürchtig. Denn er fürchtet Allah, jedoch versucht er die Menschen. Es gehört zu den Prüfungen der Menschen, sich zu entscheiden, d.h. für Allah oder für Schaitan. Somit ist Schaitan, ob er es will oder nicht, Gottesdiener, weil auch er nur Werkzeug des Planens von Allah ist, dem er sich nicht entziehen kann. Und am Tag des Gerichts wird er seine Strafe bekommen. Dem Islam ist die Vorstellung, dass Schaitan Widersacher Gottes oder eine Art Kräfte-Gegenpol ist, fremd. Das Prinzip Gut gegen Böse als Gegenkräfte ist hier nicht anwendbar. Denn nur Allah ist der absolut Mächtige, Schaitan ist dagegen lediglich Versucher der Menschen, dem Allah eine Frist gesetzt hat. Schaitan ist nicht allmächtig - aber gefährlich für die Menschen, solange sie wanken und sich Allah nicht völlig ergeben.
Darstellung im (christlichen Volksglauben
Im Volksglauben wird er meistens schwarz und behaart, mit Bocks- oder Pferdefüßen, Krallen, Hörnern, einem Kuhschwanz, hässlichem Gesicht und langer Habichtsnase dargestellt.
Bei seinem Verschwinden hinterlässt er einen argen Gestank.
Der angebliche Wohnort des oder der Teufel ist die
Hölle | (
Hölle).
Einem Sprichwort nach "steckt er manchmal aber auch im Detail".
''Siehe auch:''
Mythologie | (
Mythologie)
Atheismus
Die Existenz eines Teufels wird, wie die Gottes, von
Atheist .html"> (
Naturwissenschaft)en nicht vereinbar angesehen. Um die Rolle des Teufels im Christentum und Islam zu erklären, wird z.T. ideologiekritisch ausgeführt, der Teufel sei in diesen Religionen als Gegenspieler notwendig, um eine
Polarisierung | (
Polarisierung) zwischen Gott und dem Bösen aufrechtzuerhalten. Erst diese Polarisierung mache es möglich, das Bild eines durchweg guten Gottes aufrechtzuerhalten.
Heidentum (Neuheidentum
Die Existenz eines Teufels als dem Sitz des absolut Bösen wird nicht anerkannt. Eher wird in der Figur des Teufels die Umdefinition des alten gehörnten Waldgottes erkannt, die im Zuge der Christianisierung erfolgte.
Andere Bezeichnungen für den Teufel
Antichrist .html"> (Christus)
Das (unsagbar) Böse | (Böse|Das (unsagbar Böse
Diabolus .html"> (Diabolo), Geschicklichkeitsspiel
Diablo | (Diablo) (spanisch
Baal | (Baal (Gott|Baal
Beelzebub | (Beelzebub) (von Baal, "Herr der Fliegen", verschiedene Schreibweisen
Belial .html"> (Beliar) (von Baal, auch Bheliar
Luzifer | (Luzifer) (von lat. ''lucifer''
Mephisto | (Mephisto)
Mephistopheles .html">Goethe .html"> (Faust)
Satan | (Satan)
Umschreibungen
Entzweier, Zwietrachtsäer
Dunkelfürst (vgl. Friedefürst
Der gefallene Engel
Der Herr der Finsternis
Der Leibhaftige
Widersacher
Verleumder
diabolisch, teuflisch, (Adjektiv, Adverb
Für eine mögliche Wortherkunft siehe auch: Teufel (keltogermanisch | (Teufel (keltogermanisch
Hol's der Teufel!
Das müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn...
Was zum Teufel..? / Wer zum Teufel..?
(Geh Zum Teufel!
armer Teufel
der Teufel ist los
den Teufel an die Wand malen
in Teufels Küche kommen
den Teufel mit Beelzebub austreiben
Zu den
Ähnlich Redewendungen finden sich auch in anderen Sprachen wie z.B Englisch .html">Spanisch | (Spanische Sprache|Spanisch).
Literatur
Alfonso M. DiNola: ''Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte''. dtv 1993. ISBN 3-423-04600-7 (umfassendes Handbuch zur Geschichte des Teufels- und Dämonenglaubens in Natur- und Hochreligionen der ganzen Welt
Herbert Haag, ''Teufelsglaube'', Katzmann 1998 ISBN 378050393X (Erstauflage 1974
Gerald Messadié | (Gerald Messadié): ''Teufel Satan Luzifer. Universalgeschichte des Bösen.'', ISBN 3-933366-19-4
http://www.himmelsboten.de/Engel/Kirchl/Jopaulii.htm#Fall
http://www.sungaya.de/schwarz/christen/teufel.htm
http://www.people.freenet.de/m.kellner_pages/teufel.html
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