Die Zeit der Weltmeisterschaftskämpfe
Wilhelm Steinitz .html"> (
Johannes Zukertort) im Wettkampf von
1886 .html"> (
André Danican Philidor),
Adolf Anderssen .html"> (
Paul Morphy), als solche bezeichnete - und mit einem entsprechenden Einsatz versehene - Weltmeisterschaftskämpfe fanden jedoch nicht statt.
Nach dem Sieg von Steinitz über Zukertort fanden sich etliche Herausforderer, die mit Steinitz um die Weltmeisterschaft spielen wollten. Als Titelanwärter galten insbesondere der spätere Weltmeister
Emanuel Lasker .html"> (
Michail Tschigorin) und der deutsche Schachmeister
Siegbert Tarrasch .html"> (
1948) allein Sache des jeweils amtierenden Weltmeisters, wessen Herausforderung er annahm, und wem er einen Weltmeisterschaftskampf verweigerte, weswegen letztlich auch nur der amtierende Weltmeister die Bedingungen und das Preisgeld diktieren konnte.
1. Weltmeister: Wilhelm Steinitz (1886 - 1894
Steinitz war eine Kämpfernatur und zudem Berufsschachspieler. Er war deswegen relativ leicht zu bewegen, seinen Weltmeistertitel gegen etwaige Herausforderer zu verteidigen.
Der erste Titelkampf nach 1886 fand 1889 | (1889) erfolgreich gegen Michail Tschigorin statt.
1890 .html"> (1891) kam es zu einem Weltmeisterschaftskampf zwischen Steinitz und Isidor Gunsberg | (Isidor Gunsberg), den Steinitz gleichfalls für sich entscheiden konnte.
1892 | (1892) verteidigte Steinitz seinen Titel wiederum erfolgreich gegen Michail Tschigorin.
1894 | (1894) mußte sich Steinitz dem jungen deutschen Talent Emanuel Lasker geschlagen geben.
2. Weltmeister: Emanuel Lasker (1894 - 1921
Lasker war insgesamt 27 Jahre von 1894 bis 1921 .html"> (Akiba Rubinstein) nicht und zu einem Kräftemessen mit dem späteren Weltmesiter José Raúl Capablanca | (José Raúl Capablanca) erst 1921.
Im einzelnen spielte Lasker nach seinem Sieg über Steinitz 1894 noch folgende Weltmeisterschaftskämpfe:
1896 .html"> (1897) gab es einen Revanchekampf gegen Steinitz, den Lasker wiederum für sich entscheiden konnte.
1907 .html"> (Frank Marshall).
1908 .html"> (Siegbert Tarrasch).
1909 .html"> (David Janowski) durchsetzen.
1910 .html"> (Carl Schlechter). Der Wettkampf endete unentschieden, was zur Titelverteidigung ausreichte.
1921 | (1921) unterlag Lasker dem kubanischen Meister Jose Raul Capablanca.
3. Weltmeister: Jose Raul Capablanca (1921 - 1927
Capablanca dominierte die Schachturniere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert .html"> (1927) wieder, wobei er sich Alexander Aljechin geschlagen geben mußte. In der Folgezeit versuchte er vergebens, Aljechin zu einem Revanchekampf zu bewegen.
4. Weltmeister: Alexander Aljechin (1927 - 1935 / 1937 - 1946
Durch seinen spektakulären Sieg über Capablanca bestieg Aljechin 1927 den Schachthron. Durch geschicktes Taktieren wußte er einem Revanchekampf gegen Capablanca ebenso auszuweichen, wie einem Weltmeisterschaftskampf gegen Aaron Nimzowitsch | (Aaron Nimzowitsch), dessen Ausgang höchst ungewiß gewesen wäre. Statt dessen spielte er folgende Wettkämpfe:
1929 .html"> (Efim Bogoljubow).
1934 | (1934) trat er erneut gegen Bogoljubow an, der wiederum keine ernsthafte Chance gegen Aljechin hatte.
1935 .html"> (Max Euwe).
1937 | (1937) gelang es ihm im Revanchekampf gegen Euwe, seinen Titel zurückzugewinnen.
Zu weiteren Wettkämpfen kam es während des Zweiten Weltkrieges nicht. 1946 beging Aljechin, der Kollaboration mit den Deutschen und des Antisemitismus bezichtigt, Selbstmord.
5. Weltmeister: Max Euwe (1935 - 1937
Der wissenschaftlich spielende Niederländer Machgielis (Max Euwe konnte durch seinen Sieg über Aljechin zwei Jahre lang den Weltmeistertitel für sich beanspruchen.
Hierdurch war er auch als einer der Kandidaten für das Weltmeisterschaftsturnier von 1948 | (1948) prädestiniert, bei dem er sich jedoch nicht durchzusetzen vermochte.
Das Weltmeisterschaftsturnier von 1948
Durch den Tod Alexander Aljechins wurde der Weg frei für die Übernahme der Weltmeisterschaftskämpfe durch den Weltschachverband (FIDE .html"> (Michail Botwinnik) für sich entscheiden konnte.
An dem Turnier nahmen neben Michail Botwinnik noch Paul Keres .html"> (Wassili Smyslow), Samuel Reshevsky .html"> (Reuben Fine) verzichtete.
Die Weltmeisterschaften der FIDE
Das neue Weltmeisterschaftsregelment sah vor, daß der Weltmeister seinen Titel aller drei Jahre verteidigen mußte. Der jeweilige Herausforderer wurde durch Zonen-, Interzonen- und Kandidatenturniere ermittelt.
Bis 1963 | (1963) galt zudem die Regel, daß dem Weltmeister im Falle eines Titelverlustes ein Revancherecht ein Jahr später zustehen sollte.
6. Weltmeister: Michail Botwinnik (1948 - 1957, 1958 - 1960, 1961 - 1963
Nach dem FIDE-Reglement spielte Botwinnik folgende Titelkämpfe:
1951 .html"> (David Bronstein)
1954 .html"> (Wassili Smyslow) durchsetzen.
1957 | (1957) verlor Botwinnik seinen Titel an Symslow.
1958 | (1958) gelang Botwinnik die Revanche gegen Smyslow.
1960 .html"> (Michail Tal).
1961 | (1961) gelang Botwinnik wiederum die Revanche.
1963 .html"> (Tigran Petrosjan) geschlagen geben.
7. Weltmeister: Wassili Smyslow (1957 - 1958
Der Zweitplazierte des Weltmeisterschaftsturniers von 1948 konnte Botwinnik 1957 im Weltmeisterschaftskampf bezwingen, unterlag dem alten Weltmeister jedoch ein Jahr später bei dem von den Statuten vorgesehenen Revanchekampf.
8. Weltmeister: Michail Tal (1960 - 1961
Der junge Michail Tal galt als "Feuerkopf" unter den Schachmeistern seiner Zeit. 1960 setzte er sich gegen Weltmeister Botwinnik durch. Zur allgemeinen Überraschung gelang dem weitaus älteren Botwinnik aber dank seiner präzisen Wettkampfvorbereitung erneut die Revanche.
9. Weltmeister: Tigran Petrosjan (1963 - 1966
1963 gelang es Petrosjan, einem der besten Defensivspieler der Schachgeschichte, Botwinnik zu schlagen. Danach spielte Petrosjan folgende Wettkämpfe:
1966 .html"> (Boris Spasski).
1969 | (1969) verlor er seinen Titel an Spasski.
10. Weltmeister: Boris Spasski (1969 - 1972
Spasskys Weltmeisterschaft dauerte drei Jahre bis zu dem vielbeachteten Wettkampf mit dem amerikanischen Schachgenie Robert James "Bobby" Fischer | (Robert James Fischer| Robert James "Bobby" Fischer).
1972 .html"> (Reykjavik): Fischer wird Schachweltmeister
11. Weltmeister: Robert James (Bobby Fischer (1972 - 1975
Die Weltmeisterschaft Fischers wurde im Westen stark bejubelt. Zu der Faszination, die das Schachgenie Fischer ausstrahlte gesellte sich die Genugtuung darüber, daß es einem Amerikaner gelungen war, in die Domäne der Sowjetischen Schachschule | (Sowjetische Schachschule| Sowjetischen Schachschule) einzudringen.
Allerdings erwies sich Fischers Herrschaft auf dem Schachthron als die kläglichste der Geschichte: Der Amerikaner zog sich vom Schach zurück und verteidigte seinen Titel insbesondere im Jahr 1975 .html"> (Anatoli Karpow).
12. Weltmeister: Anatoli Karpow (1975 - 1985
Nachdem Fischer zu dem Weltmeisterschaftskampf 1975 nicht antrag, wurde Herausforderer Karpow von FIDE-Präsident Euwe kampflos zum Weltmeister proklamiert. Als Weltmeister spielte Karpow folgende Wettkämpfe:
1978 .html"> (Viktor Kortschnoi)
1981 | (1981) gewann Karpow wiederum gegen Kortschnoi.
1984 .html"> (Garri Kasparow) nach einer Vielzahl von Remispartien wegen seiner Länge gegen das Reglement abgebrochen. Bei Abbruch des Wettkampfes lag Karpow zwar in Führung, war aber sichtlich angeschlagen, so daß der Abbruch allgemein als eine Begünstigung des Weltmeisters gegen seinen jungen Rivalen angesehen wurde.
ausgetragen, wobei Karpow erneut verlor.
13. Weltmeister: Garri Kasparow (1985-1993
Unter der Leitung der FIDE spielte Kasparow zunächst folgende Wettkämpfe:
1986 | (1986) siegte er in dem vereinbarten Revanchematch erneut gegen Karpov.
1987 | (1987) setzte er sich in einem regulären Weltmeisterschaftskampf gegen Karpow durch.
1990 | (1990) hieß der Herausforderer wiederum Anatoli Karpow, wobei sich Karpow erneut nicht gegen seinen Dauerrivalen durchsetzen konnte.
1993 | (1993) kam es dann zum Bruch zwischen Kasparow und der Weltschachorganisation. Kasparow weigerte sich, unter den Bedingungen der FIDE erneut um die Weltmeisterschaft zu spielen und war maßgeblich an der Gründung eines eigenen Schachverbandes beteiligt. Seither wurden in beiden Verbänden rivalisierende Weltmeister ermittelt.
Liste der Schachweltmeister
Name
von-bis
Land
Wilhelm Steinitz | (Wilhelm Steinitz)
1886-1894
Österreich
Emanuel Lasker | (Emanuel Lasker)
1894-1921
Deutschland
José Raúl Capablanca | (José Raúl Capablanca)
1921-1927
Kuba
Alexander Aljechin | (Alexander Aljechin)
1927-1935/1937-1946
Russland/Frankreich
Max Euwe | (Max Euwe)
1935-1937
Niederlande
Michail Botwinnik | (Michail Botwinnik)
1948-1957/1958-1960/1961-1963
UdSSR
Wassili Smyslow | (Wassili Smyslow)
1957-1958
UdSSR
Michail Tal | (Michail Tal)
1960-1961
UdSSR
Tigran Petrosjan | (Tigran Petrosjan)
1963-1969
UdSSR
Boris Spasski | (Boris Spasski)
1969-1972
UdSSR
Bobby Fischer | (Bobby Fischer)
1972-1975
USA
Anatoli Karpow | (Anatoli Karpow)
1975-1985
UdSSR
Garri Kasparow | (Garri Kasparow)
1985-1993
UdSSR/Russland
Schachweltmeister PCA/Braingames ab 1993
Garri Kasparow | (Garri Kasparow)
1993-2000
Russland
Wladimir Kramnik | (Wladimir Kramnik)
seit 2000
Russland
Schachweltmeister FIDE ab 1993
Anatoli Karpow | (Anatoli Karpow)
1993-1999
Russland
Alexander Khalifman | (Alexander Khalifman)
1999-2000
Russland
Viswanathan Anand | (Viswanathan Anand)
2000-2002
Indien
Ruslan Ponomariov | (Ruslan Ponomariov)
seit 2002
Ukraine
Schachweltmeisterinnen
Name
von-bis
Land
Vera Menchik | (Vera Menchik)
1927-1944
CSSR/Großbritannien
Ludmilla Rudenko | (Ludmilla Rudenko)
1950-1953
UdSSR
Elisabeth Bykova | (Elisabeth Bykova)
1953-1956/1958-1962
UdSSR
Olga Rubzowa | (Olga Rubzowa)
1956-1958
UdSSR
Nona Gaprindaschwili | (Nona Gaprindaschwili)
1962-1978
UdSSR (Georgien
Maja Tschiburdanidse | (Maja Tschiburdanidse)
1978-1991
UdSSR (Georgien
Xie Jun | (Xie Jun)
1991-1996/1999-2001
China
Zsuzsa Polgar | (Zsuzsa Polgar)
1996-1999
Ungarn
Zhu Chen | (Zhu Chen)
seit 2001
China
Siehe auch: Schach .html"> (Brettspiel), Sport .html"> (Weltmeister)
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