Unter

Phylogenese

(lat. phylum = Stamm) versteht man die Stammesentwicklung der Lebewesen (biologische Evolution .html"> (Erdgeschichte). Der Begriff ist nicht nur auf die Evolution von Tierstämmen begrenzt sondern schließt die Entwicklung von Taxa .html">Systematik | (Systematik (Biologie|Systematik ein. Er wird auch benutzt, um die Evolution einzelner Merkmale im Verlauf der Entwicklungsgeschichte zu charakterisieren. Die Erforschung der Phylogenese erfolgt insbesondere durch
  • Auswertung von morphologischen .html">anatomischen | (Anatomie|anatomischen) Merkmalen von Fossilien,
  • Vergleich der morphologischen .html">anatomischen .html">physiologischen | (Physiologie|physiologischen) Merkmale rezenter (jetztzeitiger Lebewesen,
  • Vergleich der Ontogenese | (Ontogenese) vorwiegend rezenter Lebewesen,
  • Analyse der DNA .html"> (Sequenzanalyse). Ein wissenschaftstheoretisches Problem der Phylogeneseforschung ist, dass die der Phylogenese zugrundeliegenden Evolutionsprozesse in der Regel nicht direkt beobachtet oder experimentell nachvollzogen werden können. Daher müssen Belege aus verschiedenen Bereichen herangezogen werden, um einigermaßen stimmige Stammbäume rekonstruieren zu können. So kommt es häufiger zu unterschiedlichen Auffassungen, wie beispielsweise die Diskussion um die Einteilung verschiedener protostomer .html"> (Häutungstiere) (vorwiegend genetisch begründet oder Articulata | (Articulata) (vorwiegend morphologisch begründet zeigt. Bei der Bewertung von Merkmalen ist es oft wichtig, Homologie .html"> (Analogie)n zu unterscheiden.
  • Homologien, z.B. homologe Organe .html"> (Vögel), Flugsaurier .html"> (Fledertiere), Flossen (Fische .html"> (Pinguine), Ichthyosaurier .html"> (Wale), Greifwerkzeuge (Mensch .html"> (Affen) und manche Saurier .html"> (Maulwürfe), Nacktmulle .html"> (Beutelmulle)n gebaut sein. Das Knochen | (Knochen)gerüst ist jedoch grundsätzlich gleich. Homologien weisen auf eine phylogenetische Verwandtschaft hin und stellen wesentliche Belege für die Konstruktion von Stammbäumen dar. Homologien lassen sich im biologischen Kontext weiter unterscheiden in Orthologien (Abstammung vom gleichen Vorfahren und Paralogien (Genduplikationen innerhalb der Art.
  • Analogien, z.B. analoge Organe .html">konvergente .html">Linsenauge .html"> (Tintenfische)n und Wirbeltiere .html">Keimblättern | (Keimblatt|Keimblättern) entstehen. Analogien sind kein Beweis für nahe phylogenetische Verwandtschaft. Vielmehr legen sie im Regelfall eine getrennte Entwicklung nahe. ''Siehe auch:'' Biologie .html"> (Biosoziologie), Dieter Claessens .html"> (Evolution), Evolutionstheorie .html"> (Paläontologie), Geologische Zeitskala .html"> (biogenetische Grundregel)

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