Die '''
Evolutionstheorie .html"> (
Charles Darwin) (und fast zeitgleich auch von
Alfred Russel Wallace | (
Alfred Russel Wallace) formuliert.
In ihrer
neodarwinistischen
Formulierung sind ihre wesentlichen Aussagen, dass
# sich biologische Arten durch zufällige Einflüsse verändern (
Mutation .html"> (
Variation) und
# vorteilhafte Veränderungen bei gegebenen Umweltbedingungen bevorzugt überleben (
Selektion | (
Selektion (Evolution|Selektion.
Im Zusammenspiel mit der
geologischen .html"> (
Fossilien) entsteht daraus ein
Stammbaum .html"> (
Lebewesen).
Wie dieser Stammbaum der
Hominiden .html"> (
Fossil)ienfunden innerhalb der
Anthropologie | (
Anthropologie) immer noch umstritten.
Eine zur Formulierung der Theorie grundlegende Beobachtung ist, dass
Tier .html"> (
Pflanzen)n
arten .html"> (
Züchter)n gemacht, die in der Lage sind, Eigenschaften bei Pflanzen oder Tieren durch Zucht herauszubringen, die vorher nicht sichtbar waren. Charles Darwin stellt diesen Aspekt in seinem bahnbrechenden Werk ''Vom Ursprung der Arten durch Mittel der natürlichen Selektion'' sehr ausführlich dar.
Die Qualität der Interpretation von Fossilien ist seit Darwins Zeiten gewachsen, und hat seine Vorstellungen bestätigt. Erst mit Entwicklung der
Mikrobiologie .html"> (
Genetik) konnte der innere Mechanismus der Evolution (
Mutation | (
Mutation) verstanden werden.
Ein
Grundsatz der Evolutionstheorie lautet: Es gibt keine Vererbung erworbener Eigenschaften, wie der
Lamarckismus | (
Lamarckismus) behauptet. Dies wurde von Darwin noch nicht klar erkannt. In einigen Beispielen zeigte er eine vermeintliche Vererbung von erworbenen Eigenschaften, die sich später allerdings als falsch erwiesen.
Welche Begründungen gibt es für die Evolutionstheorie?
#Embryologie: ist spekulativ und inzwischen diskreditiert (veraltet.
#Kleine Evolutionsschritte kann man im Experiment nachvollziehen: Bei sich schnell vermehrenden Arten wie z.B. der Fruchtfliege
Drosophila | (
Drosophila) kann man durch räumliche Trennung von Nachkommen derselben Art und durch Veränderung äußerer Einflüsse (Wärme, Kälte, Nahrungsangebot die Artbildung untersuchen, die so weit gehen kann, dass die Individuen zweier getrennter Gruppen sich nicht mehr paaren.
#Geologie: Alle Versteinerungen, selbst die ausgestorbener Arten, wie z.B. die
Ammoniten | (
Ammoniten), passen in einen konsistenten Stammbaum aller Lebewesen. In der Regel weicht eine Form um so stärker von nachfolgenden Formen ab, je älter sie ist. Fossilien aus zwei aufeinander folgenden Gesteinsschichten sind weitaus enger miteinander verwandt als Fossilien aus zwei weit auseinander liegenden Schichten.
#Aussterben: Das unaufhörliche Aussterben von Arten und ganzen höheren Klassen lässt sich nicht leugnen. Warum sollte ein theoretischer Schöpfer so viele nicht lebenstaugliche Arten erzeugt haben, nur um sie dann zu ersetzen? Auf welche Weise lässt er die zahlreichen Arten entstehen, welche die leeren Stellen im Haushalt der Natur ausfüllen sollen? Meist sind beim Aussterben der Arten die biologischen Gründe wichtiger als physikalische Faktoren (Eiszeiten etc.. Die besser angepassten Nachkommen einer Art werden daher gewöhnlich das Aussterben der Stammform herbeiführen.
#Alles Leben auf der Erde besteht aus Zellen
#Der genetische Code ist auf der Erde einheitlich.
#Der genetische Stammbaum stammt mit dem vorher beschriebenen Stammbaum weitgehend überein.
Zu wenig wird beachtet, dass ein wichtiger Zufallsmechanismus der Evolution neben der
Mutation .html"> (
Variation) ist.
Die Mutation ist die Veränderung des Erbgutes z.B. durch radioaktive Strahlung oder durch chemische Stoffe.
Die Variation ist das neue Mischen der Erbinformation bei der
Fortpflanzung | (
Fortpflanzung). Wie beim Kartenspiel werden Gene immer neu kombiniert, und so neue, nicht vorhersehbare Eigenschaften möglich.
Zuwenig wird auch beachtet, dass mit dem Begriff "Kampf ums Dasein" häufig gar nicht ein direkter Kampf gemeint ist. Es geht manchmal um ganz kleine unscheinbare Vorteile, die ein besseres Überleben ermöglichen. Gar nicht so selten überlebt also der physisch schwächere, aber eben an die Umwelt besser angepasste.
Warum fällt es einigen Menschen schwer, die Evolutionstheorie zu begreifen ?
#Sie widerspricht dem gesunden Menschenverstand: Aus einer Maus wird immer nur eine Maus geboren, jedenfalls in den Zeiträumen, die der Mensch übersieht.
#Die Evolutionstheorie kann nicht so einfach in einem naturwissenschaftlichen Experiment nachgewiesen werden, da sie eine Zeitspanne von Milliarden Jahren beschreibt, somit eine historische Abfolge enthält. Sie kann deswegen auch am besten mit den Mitteln der Geschichtsschreibung belegt werden, nämlich mit der Naturgeschichte, beispielsweise mit den kilometerdicken Sedimentschichten der Geologie, die eine historische Abfolge längst ausgestorbener Tiere und Pflanzen dokumentieren.
#Die Evolutionstheorie beschreibt einen Prozess in zwei Schritten: Der erste Schritt erfolgt rein zufällig: Die Mutationen oder Variationen des Erbgutes. Der zweite Schritt erfolgt zwangsläufig, aber ohne vorhersagbares Ziel: Die Auswahl der bestangepassten Formen durch den Kampf ums Dasein. Dieser Mischprozess aus Zufall und Notwendigkeit ist für den Menschen schwer verständlich. Reine Ursache - Wirkungsketten oder reine Zufallsprozesse sind ihm verständlicher.
Eine Kritik an der Evolutionstherie ist unter anderem, dass nur die Gene betrachtet werden und nicht der ganze komplexe Organismus. Außerdem werde nur das Verschwinden der Arten erklärt, aber nicht deren Entstehen.
Weiterentwicklung der neodarwinistischen Evolutionstheorie
Die neodarwinistische Sichtweise konnte zwar bereits viele Evolutionsvorgänge erklären, hatte jedoch noch deutliche Mängel, beispielsweise in der Erklärung der
Artbildung .html"> (
Symbiose)n, von
altruistischen | (
Altruismus|altruistischen) Verhaltensweisen.
Daher wurde sie insbesondere von
Ernst Mayr .html"> (
Systemtheorie) nach
Ludwig von Bertallanfy .html"> (
Wiener Schule) (
Rupert Riedl .html">Systemtheorie der Evolution .html"> (
Chaosforschung) wurde die Systemtheorie von Lorenzen
1988 | (
1988) zur
Synergetischen Evolutionstheorie ausgebaut.
Siehe auch
Selektion .html"> (
Mutation),
Variation .html"> (
Lamarck),
Kreationismus | (
Kreationismus)
Literatur
Dawkins, Richard | (Richard Dawkins|Dawkins, Richard), ''Der Blinde Uhrmacher'' dtv TB 11261
:Dieses populärwissenschaftliche und leicht lesbare Buch will eine nichtübernatürliche Erklärung für die Existenz komplexer Lebewesen liefern.
Darwin, Charles, ''Die Entstehung der Arten'', Reclams Universal Bibliothek 3071
:Grundlegendes Buch über die Evolutionstheorie. Sehr dick, immer noch sehr lesenswert, ein Klassiker
Darwin, Charles, ''Die Entstehung der Arten'', 1 CD-ROM. Digitale Bibliothek, Spektrum Nr.2. 2000. ISBN 3-932544-51-X
Küppers, Bernd-Olaf, ''Der Ursprung biologischer Information Zur Naturphilosophie der Lebensentstehung'', Serie Piper 1313, 2.Aufl.1990
Watson, James D., ''Die Doppelhelix'', rororo TB 6803
:Schildert die Entdeckung der Erbsubstanz, ein Klassiker.
Monod, Jacques, ''Zufall und Notwendigkeit, Philosophische Fragen der modernen Biologie'', dtv Tb 1069
Hrsg. v. Rainer Brömer, Uwe Hoßfeld u. Nicolaas A. Rupke. ''Evolutionsbiologie von Darwin bis heute: Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie'' Bd.4. 2000. 425 S. m. Abb., ISBN 3861353822,
Riedl, Rupert, ''Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie. Die Helden, ihre Irrungen und Einsichten.'', 2003, ISBN 3540436685, Springer, Berlin
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