Information

(lat. ''informare''=bilden, durch Unterweisung Gestalt geben) im eigentlichen Sinne ist potentiell oder aktuell vorhandenes, nutzbares oder genutztes Wissen. Wesentlich für die Information ist die Wiedererkennbarkeit sowie der Neuigkeitsgehalt eines bestimmten es Bedeutung .html"> (Wissen).

Charakteristika des Informationsbegriffes

Es ist schwierig, eine allgemeine, dem Verstand leicht fassbare Definition des Begriffes Information zu geben. Verschiedene Wissenschaften betrachten die Information als ihr Arbeitsgebiet, namentlich die deutsche Informatik .html"> (Informationswissenschaft), doch auch die Physik .html"> (Biologie), die Nachrichtentechnik .html"> (Informationsökonomik) und die Semiotik | (Semiotik) haben je eine eigene Auffassung über das Wesen der Information. Diese Ansätze unterscheiden sich zum Teil erheblich. Erst in jüngster Zeit, gibt es Bestrebungen, die einzelnen Ansätze zu verbinden und zu einem allgemeingültigen Informationsbegriff zu kommen. Entsprechende Literatur findet sich derzeit meist unter dem Stichwort Philosophie | (Philosophie) in den Regalen. Von einer vereinheitlichten Theorie der Information kann daher nicht gesprochen werden. Eine der Hauptschwierigkeiten des Informationsbegriffes liegt darin, dass im allgemeinen Sprachgebrauch sowie in einigen Wissenschaften (Semiotik, Informationswissenschaften oft "Information" mit "Bedeutung .html"> (Claude Shannon) ist Information erst einmal völlig von jeglicher Bedeutung gelöst, und auf die reine Unterscheidbarkeit von Zuständen reduziert. In diesem Artikel wird zunächst auf die begriffliche Unterscheidung von Struktur und Bedeutung eingegangen, sowie auf die Verschränkungen, denen diese Teilaspekte unterliegen.

Struktur und Bedeutung

Dem Begriff der Information kann man sich also von zwei Seiten aus nähern: Die eine Betrachtungsweise greift am Informationsträger an, und stellt sich die Frage, welche Struktur sich innerhalb dieses Trägers feststellen lässt. Der andere Ansatz bemüht sich zu verstehen, welche Bedeutung dem zukommt, was man dann (irgendwie diesem Informationsträger entnommmen hat. Die erste Sichtweise hat ihre Wurzeln in der Nachrichtentechnik, die zweite eher in den Kognitionswissenschaften. Eine nachrichtentechnisch erkennbare Struktur (z.B. Lichtimpulse, die in einer zeitlichen Reihenfolge auf einzelne Zellen in der Netzhaut treffen muss in einem komplexen Dekodierungsprozess in eine Bedeutung übersetzt werden. Wo hier die reine Strukturinformation aufhört, und beginnt, eine Bedeutungsinformation zu werden, wo also in diesem Dekodierungsprozess die Grenze zum Bewusstsein | (Bewusstsein) zu ziehen ist, ist eine der spannenden Fragen der Informations- und Kognitionswissenschaften. Je tiefer man die Grenze ansetzt, um so metaphysischer wird die strukturelle Information: Ist die in der DNA gespeicherte Erbinformation nur Struktur oder schon Bedeutung? Oder wird sie vielleicht erst zur Bedeutung, indem sie benutzt wird, also zur Herstellung von Proteinen dient? Aus diesen Betrachtungen ergeben sich drei Ebenen, unter denen der Begriff der Information heute allgemein betrachtet wird. Diese sind #Syntax | (Syntax) #Semantik | (Semantik) #Pragmatik | (Pragmatik) Diese Ebenen steigern sich im Hinblick auf den Bedeutungsgehalt der Information. Sie spiegeln dabei auch die oben erwähnten theoretischen Angriffspunkte wider, wobei die syntaktische Ebene der Sichtweise der Nachrichtentechnik nahekommt, die semantische Ebene Ansätze aus der Semiotik | (Semiotik) integriert, und die Pragmatik eher auf Konzepte der Kognitionswissenschaften zurückgreift. Die drei Ebenen sollen an der Zeichenfolge "ES IST WARM" erläutert werden:

Syntaktische Ebene der Information

Auf der syntaktischen Ebene wird Information nur als Struktur gesehen, die es zu übermitteln gilt. Der Inhalt der Information ist hierbei im Wesentlichen uninteressant. Beispielsweise könnte das Problem darin bestehen, das Bild einer Kamera auf einen Monitor zu übertragen. Das Übertragungssystem interessiert sich dabei z.B. nicht dafür, ob es das Bild überhaupt wert ist, übertragen zu werden (Einbrecher macht sich am Fenster zu schaffen oder nicht (Katze läuft am Fenstersims entlang, oder ob überhaupt etwas zu erkennen ist (auch das Bild einer komplett unscharf eingestellten Kamera wird vollständig übertragen, obwohl es da eigentlich nichts erkennbares zu sehen gibt. Der Informationsgehalt ist dabei ein Maß für die maximale Effizienz, mit der die Information übertragen werden kann.

= Unterscheidbarkeit und Informationsgehalt

= Grundprinzip der syntaktischen Information ist die Unterscheidbarkeit: Information enthält, was unterschieden werden kann. Eine Unterscheidung setzt jedoch mindestens zwei unterschiedliche Möglichkeiten voraus. Sind es genau zwei Möglichkeiten, so lässt sich die Unterscheidung mit einer einzigen Ja/Nein-Frage klären. Beispiel: Angenommen, auf einer Speisekarte gibt es nur zwei Gerichte, Schnitzel und Spaghetti. Um herauszufinden, was jemand bestellt hat, braucht man ihm nur eine einzige Frage zu stellen: "Haben Sie Schnitzel bestellt?" Lautet die Antwort "Ja", so hat er ein Schnitzel bestellt, lautet die Antwort "Nein", so hat er Spaghetti bestellt (denn etwas anderes gibt es ja nicht zu bestellen. Sind hingegen mehr als zwei Möglichkeiten vorhanden, so kann man dennoch mittels Ja-Nein-Fragen herausfinden, welche Alternative zutrifft. Eine einfache Möglichkeit wäre, einfach der Reihenfolge nach alle Gerichte abzufragen. Jedoch ist das eine recht ineffiziente Methode: Wenn ein Gericht gegen Ende der Speisekarte bestellt wurde, braucht man sehr viele Fragen, um es herauszufinden. Günstiger ist es, wenn man z.B. erst fragt: "Haben Sie ein Fleischgericht bestellt?", um dann konkreter zu werden, "War es Schweinefleisch?", so daß schließlich nur noch wenige Alternativen übrig bleiben ("War es Schweineschnitzel?", "Schweinebraten?", "Schweinshaxe?". Auch die Wahrscheinlichkeiten spielen bei einer optimalen Fragestrategie eine Rolle: Wenn man z.B. weiß, daß die Hälfte aller Gäste Schweineschnitzel bestellt, so ist es sicher sinnvoll, erst einmal nach Schweineschnitzel zu fragen, bevor man den Rest der Karte durchgeht. Der Informationsgehalt einer Struktur bestimmt sich nun dadurch, wieviele Ja-Nein-Fragen man im Mittel bei einer idealen Fragestrategie braucht. Interessant ist hierbei, daß zwar vordergründig keinerlei semantische oder pragmatische Informationen verwendet werden, diese jedoch implizit in Form der Wahrscheinlichkeit dennoch eingehen. Beispielsweise ist die Tatsache, dass 50% der Gäste Schweineschnitzel bestellen, nicht aus der Speisekarte zu erkennen; es ist eine pragmatische Information. Und daß man normalerweise nicht dach der Bestellung von "Wir wünschen Ihnen einen guten Appetit" fragt, folgt aus der semantischen Information, daß dies keine Speise ist, und es daher höchst unwahrscheinlich ist, daß jemand dies bestellt.

= Binarisierung und die Wahrscheinlichkeit von Zeichen

= Die Zeichenfolge "ES IST WARM" enthält nur Großbuchstaben. Wenn wir einmal nur davon ausgehen, dass wir nur Großbuchstaben zur Verfügung hätten (also 27 Buchstaben einschließlich Leerzeichen, so können wir an jeder der elf Stellen der obigen Nachricht eines der 27 Zeichen setzen. Jede Stelle der Nachricht hat also 27 mögliche "Zustände". Man kann dies nun dahingehend verallgemeinern, dass man die Zustände binarisiert, also in mehrere Unterscheidungen zwischen exakt ''zwei'' möglichen Zuständen unterteilt, die man durch eins und null darstellt. Diese ''kleinstmögliche Unterscheidung'' zwischen zwei Zuständen wird als Bit | (Bit) bezeichnet. Man kann zum Beispiel den Buchstaben A durch "00001", B durch "00010", C durch "00011", D durch "00100", E durch "00101" darstellen, und so weiter bis zum Leerzeichen "11100". Unsere Nachricht hieße dann "00101 10011 11100 01001 10011 10100 11100 ... 01101". Jede Stelle hat jetzt also den Informationsgehalt von 1 Bit. Um einen unserer 27 Buchstaben zu codieren, braucht man, wie zu sehen ist, genau fünf Bit: Es muss fünf mal die Unterscheidung zwischen ja und nein getroffen werden, bis klar ist, um welchen Buchstaben es sich handelt. Nun ist die obige Codierung der Buchstaben in fünf Ja/Nein-Entscheidungen nicht die allein gültige. Im Rahmen der klassischen Informationstheorie | (Informationstheorie) wird nämlich der Informationsträger in einem semantischen Kontext betrachtet. So kann berücksichtigt werden, wie häufig ein bestimmtes Zeichen des Zeichenvorrats verwendet wird, mit anderen Worten, wie ''wahrscheinlich'' sein Auftreten ist. So ist beispielsweise der Buchstabe "E" im Deutschen häufiger als der Buchstabe "Y". (Wichtig ist an dieser Stelle festzuhalten, dass der Zeichenvorrat für jede syntaktische Betrachtung bekannt sein muss, dass Information also bereits zur rein syntaktischen Aufbereitung im Rahmen eines semantischen Kontextes betrachtet werden muss. Berücksichtigt man diese Auftretenswahrscheinlichkeit der Zeichen im Zeichenvorrat, so kann man die Anzahl der benötigten Ja/Nein-Entscheidungen, die zum Erkennen eines Zeichens notwendig sind, je nach Zeichen unterschiedlich groß machen. Technisch lässt sich ein solcher Code zum Beispiel nach dem Huffman-Verfahren | (Huffman-Verfahren) entwickeln. Damit benötigt man, um ein häufig auftretendes Zeichen zu codieren, weniger Bit | (Bit)s, als für ein selten auftretendes Zeichen. Ein Zeichen hat also einen um so ''höheren'' Informationsgehalt (benötigt zur Erkennung eine höhere Anzahl an atomaren Entscheidungseinheiten, an Bits, wenn es in einem semantischen Kontext ''seltener'' auftritt. Mathematisch ergibt sich die Anzahl der benötigten Bits (dem Informationsgehalt eines Zeichens x_i aus dem negativen dualen Logarithmus .html"> (wahrscheinlichkeit) p_i: :I_i = -\log_2 p_i ''Siehe auch:'' Entropie (Informationstheorie | (Entropie (Informationstheorie

= Kommunikationsmodell der Information

= Das Verständnis der syntaktischen Ebene war lange Zeit gekennzeichnet durch das Sender-Empfänger-Modell: Ein Sender will eine Information dem Empfänger mitteilen. Dazu codiert er seine Information nach bestimmten Prinzipen (z.B. als Abfolge von Nullen und Einsen nach dem oben erwähnten Prinzip in einen Informationsträger, der Empfänger wertet diesen Informationsträger aus, denn auch er kennt den Code, und erhält dadurch die Information (siehe auch: Kommunikation | (Kommunikation). Nicht immer ist jedoch ein Sender vorhanden, der uns etwas mitteilen will. Ein typisches Beispiel ist die Messung | (Messung): Dem physikalischen System ist es, bildlich gesprochen, völlig egal, was wir von ihm denken. Dennoch ist das Ziel der Messung eine Informationsübertragung vom gemessenen System zu dem, der die Messung durchführt (man misst, um etwas über das gemessene System zu erfahren. Ein Beispiel ist die Geschwindigkeitsmessung per Radarfalle: Das Auto hat sicher keine Intention, seine Geschwindigkeit zu verraten (und der Autofahrer meist auch nicht. Dennoch gewinnt der Polizist durch die Messung Information über die Geschwindigkeit. Hier ist die Codierung nicht Folge einer Planung, sondern eines physikalischen Gesetzes (Dopplereffekt. Zusammengefasst:
  • In jeder Art von Struktur oder Muster von Materie oder Energie steckt Information
  • Syntaktisch entspricht Information der Auftretenswahrscheinlichkeit eines bestimmten Symbols innerhalb eines definierten Dekodierungsschemas
  • Information ist eine räumliche oder zeitliche Folge physikalischer Signale, die mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten oder Häufigkeiten auftreten.
  • Der Informationsgehalt einer Nachricht ergibt sich aus der Anzahl der ja/nein-Möglichkeiten, für die in der Nachricht einer der Werte festgelegt ist.

    Semantische Ebene der Information

    Strukturierte, syntaktische Informationen werden erst verwertbar, indem sie gelesen und interpretiert werden. Das heißt, zur Strukturebene muss die Bedeutungsebene hinzukommen. Dazu muss ein bestimmtes Bezugssystem angelegt werden, um die Strukturen in eine Bedeutung überführen zu können. Dieses Bezugssystem bezeichnet man als Code | (Code). Im obigen Beispiel muss man also "wissen", dass die Nachricht aus den Buchstaben "A" bis "Z" und dem Leerzeichen bestehen kann. Man hätte wenig Erfolg, den gleichen Code an eine Nachricht anzulegen, die chinesische Schriftzeichen darstellen soll. Jedoch ist die Überführung von Syntax in Semantik selten so direkt; in der Regel wird die Information über sehr viele unterschiedliche Codes immer höherer semantischer Ebene verarbeitet: Dabei wird auf den unterschiedlichen semantischen Ebenen wiederum Informationsverarbeitung auf strukturell-syntaktischer Ebene geleistet: Die Lichtimpulse, die gerade auf Ihre Netzhaut treffen, werden dort von Nervenzellen registriert (''Bedeutung'' für die Nervenzelle, an das Gehirn weitergeleitet, in einen räumlichen Zusammenhang gebracht, als Buchstaben erkannt, zu Worten zusammengefügt. Während dieser ganzen Zeit werden Nervenimpulse (also Strukturinformationen von einer Gehirnzelle zur nächsten geschossen, bis sich auf diese Weise in ihrem Bewusstsein die durch Worte nur unzureichend wiedergebbaren Begriff | (Begriff)e für "warm", "jetzt", und "hier" zu formen beginnen, die dann im Zusammenhang eine Bedeutung haben: Sie wissen jetzt, dass es bei diesen Worten um die Feststellung geht, dass es warm (und nicht etwa kalt ist. Zusammengefasst:
  • Strukturinformation wird in einem Dekodierungsprozess in Semantik (Bedeutung überführt.
  • Dabei wird Strukturinformation stufenweise über Codes in andere Strukturinformation überführt, wobei sich auf den unterschiedlichen sematischen Stufen jeweils Bedeutung für das verarbeitende System entwickelt.
  • Information ist übertragbar, z.B. als Nachricht; Auskunft; Belehrung, Aufklärung
  • Information kann weitergegeben werden, ohne dadurch weniger zu werden. Information wird durch Weitergabe also quasi verdoppelt. Mit Materie oder Energie geht das nicht.

    Pragmatische Ebene der Information

    Diese kommt dem umgangssprachlichen Informationsbegriff am nächsten. Die Aussage, dass es warm ist (die wir nun semantisch richtig interpretiert haben, wir wissen, was diese Botschaft uns sagen will, hat echten Informationscharakter, wenn wir uns mittags um zwölf nach einer durchzechten Nacht noch halb schlaftrunken überlegen was wir anziehen sollen, und uns die Freundin mit den Worten "es ist warm" davon abhält, in den Rollkragenpullover zu schlüpfen. Der pragmatische Informationsgehalt der - semantisch exakt gleichen - Aussage ist aber gleich null, wenn wir bereits im T-Shirt auf dem Balkon sitzen und schwitzen. Diese Information bietet uns nichts neues. Smalltalk | (Smalltalk) ist eine Art des Informationsaustausches, bei dem die offensichtlich über die Sprache ausgetauschten semantischen Informationen so gut wie keine pragmatische Information darstellen - wichtig sind hier die Körpersignale, deren Semantik (Freundlichkeit, Abneigung wir erkennen und pragmatisch (mag die mich? verwerten können. In diesem pragmatischen Sinne ist wesentliches Kriterium von Information, dass sie das Subjekt, das die Information aufnimmt, ''verändert'', was konkret bedeutet, dass sich die Information, die potentiell dem Subjekt entnommen werden kann, verändert. Zusammengefasst:
  • Information ist ein Gewinn an Wissen
  • Information ist die Verringerung von Ungewissheit
  • Information ist eine Mitteilung, die den Zustand des Empfängers ändert.

    Zyklische Verschränkung der Ebenen

    Die drei genannten Ebenen sind jedoch nicht getrennt zu betrachten. Vielmehr stellen sie sozusagen - man verzeihe das schräge Bild - die drei Seiten der selben Medaille dar: Bereits die strukturelle Ebene setzt eine Semantik voraus, innerhalb derer die Symbole dekodiert werden: Die Struktur der DNA .html">Genetischen Codes | (Genetischer Code|Genetischen Codes) bestimmte Proteine: Um diese Struktur innerhalb der DNA überhaupt zu erkennen, muss bereits die ''Semantik'' des genetischen Codes berücksichtigt werden. Denn das DNA-Molekül kann durchaus noch andere Informationen tragen: So ist zum Beispiel die "Doppelhelixstruktur" der Ausdruck einer anderen Semantik, nämlich der des räumlichen Erscheinungsbildes des Moleküls. Auch stellt die semantische Verarbeitung (z.B. das Zusammenfassen von Buchstaben zu Wörtern wiederum syntaktische Information (nämlich eine Abfolge von Wort-Symbolen her. Letztlich definiert sich auch die pragmatische Ebene nicht zuletzt dadurch, dass sie selbst neue Information syntaktischer Natur schaffen muss (sonst hätte die Information keine Wirkung entfaltet. Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen semantischen Dekodierungsprozess und Wirkentfaltung in der Pragmatik, die beide wiederum syntaktische Informationen als End- und Zwischenprodukte generieren, werden manchmal diese beiden Ebenen auch zur ''Semantopragmatik'' verschmolzen. Im folgenden Beispiel eines Telefongespräches werden die unterschiedlichen Verschränkungen der Ebenen nochmals deutlich: (ich finde das Beispiel etwas wirr , Kommentar Benutzer:rho {| border="1" | Syntax | Semantik | Pragmatik |----- | valign="top" | Schallwellen mit wechselnder Frequenz und Intensität | valign="top" | Unterschiedlicher elektr. Widerstand bei unterschiedl. Druck | valign="top" | Unterschiedlich fließender elektrischer Strom |----- | valign="top" | Unterschiedlich fließender elektrischer Strom | valign="top" | Unterschiedliches Magnetfeld bei Unterschiedlichem Strom | valign="top" | Bewegung einer am Magneten befestigten Membran |----- | valign="top" | Bewegung einer am Magneten befestigten Membran | valign="top" | Schwingungsübertragung durch Luftmoleküle | valign="top" | Entstehen einer Schallwelle |----- | valign="top" | Auftreffen einer Schallwelle auf das System Trommelfell / Gehörknöchelchen / Schnecke / Schallrezeptoren | valign="top" | Feuern der Rezeptor-Nervenzelle bei Erregung | valign="top" | Nervenimpuls |----- | valign="top" | Impuls vieler Rezeptornevenzellen an einer verarbeitenden Nervenzelle im Gehirn | valign="top" | Feuern der verarbeitenden Zelle bei Schwellwertüberschreitung | valign="top" | Feuern oder Nichtfeuern einer verarbeitenden Nervenzelle |----- | valign="top" | Feuern oder Nichtfeuern vieler verarbeitender Nervenzellen | valign="top" | Vernetzung der Nervenzellen | valign="top" | Emergierende Muster in Raum und Zeit aus verarbeitenden Nervenzellen |----- | valign="top" | Emergierende Muster in Raum und Zeit aus verarbeitenden Nervenzellen | valign="top" | (dieser semantische Schritt ist eines der größten Rätsel der Gehirnforschung | valign="top" | Wort "Ich" gehört |----- | valign="top" | Worte "Ich komme morgen an" gehört | valign="top" | (dieser semantische Schritt ist ein noch viel größeres Rätsel der Bewußtseinsforschung - erneut spielt die Emergenz der Muster von feuernden Gehirnzellen eine Rolle. | valign="top" | Diese Worte mit dem Begriff über Gesprächspartner verbunden, und den Begriffen über den morgigen Tag, und dem Begriff, dass jemand kommt, und dem Begriff, dass es sich bei dem, der da kommt, um den Gesprächspartner handelt. Mit anderen Worten: Jetzt wissen, dass der Gesprächspartner morgen eintrifft. |----- | valign="top" | Wissen, dass der Gesprächspartner morgen eintrifft. Sich erinnern, dass er mit dem Zug kommen wollte und dass der Bahnhof zwanzig Kilometer weit weg ist | valign="top" | (dieser semantische Schritt ist ein noch viel viel größeres Rätsel der Bewußtseinsforschung | valign="top" | Ihm sagen werden, dass man ihn mit dem Auto abholen kommt |}

    Verwandte Themenkomplexe

    Der Begriff der Information ist eng verknüpft mit Fragestellungen im Themenkomplex "Wissen". Dazu gehört insbesondere das Problem der Definition von Komplexität .html"> (algorithmische Tiefe) eines informationsverabeitenden Prozesses beschreiben lässt. Weiterhin zählen hierzu Betrachtungen über den Unterschied zwischen Zufall und Ordnung | (Zufall und Ordnung).

    Informationstransport

    Interessant ist es, dass Information, die an Materie .html"> (elektromagnetische Wellen) übertragen werden kann. Diese Information kann, da masselos, dann im Prinzip mit Lichtgeschwindigkeit | (Lichtgeschwindigkeit) transportiert werden. Schließlich kann die Information wieder zurück an Materiestrukturen gebunden werden. Ein Beispiel für so einen Übertragungsprozess ist das Telefax | (Telefax). Dabei wird die Information eines bestimmte Schriftstückes mit Lichtgeschwindigkeit über große Entfernungen transportiert und am Ziel auf ein zweites Schriftstück mit exakt demselben Informationsinhalt übertragen. Allgemeiner: Informationstransport hängt also immer vom verwendeten Informationsträger | (Informationsträger) ab. (Kritische Anmerkung: Auch während der Übertragung der Informationen mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen ist sie an Materie gebunden. Lediglich die Ruhemasse der Teilchen der Strahlung (Photonen ist Null. Man sollte vielleicht deshalb besser von stofflosem anstelle von masselosem Transport sprechen. Dieselbe Kritik gilt auch an einigen anderen Stellen dieses Artikels. Es ist wahrscheinlich besser, überall statt "Materie und Energie" "Stoff und Energie" zu verwenden, die beide verschiedene Ausprägungen von Materie sind.

    Digitale Information

    Digitale Information .html"> (Digitalisierung) beliebiger Information. Das Ergebnis sind Daten | (Daten). Obwohl für die Messung von digitalen Informationsmengen, für Informationsströme und für die Informationsspeicherung das Bit .html"> (Byte) als Basiseinheiten vorliegen, wird die Informationsmenge immer noch gerne an Hand des jeweiligen Informationsträgers quantifiziert. So kann man die digitale Informationsmenge, die in einem Buch steht, leicht und anschaulich an der Seitenzahl oder an der Zahl der Wörter ablesen.

    Quanteninformation

    Die Quantenmechanik zeigt, dass Quantenobjekte eine Art Information enthalten, die nicht über klassische Kanäle (also z.B. als Folge von Nullen und Einsen übertragen werden kann. Außerdem kann man Quanteninformation | (Quanteninformation) nicht kopieren (ohne die Originalinformation im Original zu zerstören. Die besonderen Eigenschaften der Quanteninformation ermöglichen Anwendungen, die mit klassischer Information nicht möglich sind, wie Quantencomputer .html"> (Quantenkryptographie).

    Definition der Information in verschiedenen Fachrichtungen

    Zum Abschluss sollen hier die einzelnen Fach- und Forschungsrichtungen richtungen zu Wort kommen, die je ihr eigenes Verständnis der Information haben. Deutlich wird dabei jeweilige Ansatz auf den unterschiedlichen, oben geschilderten Ebenen zwischen der reinen Syntax bis zur Pragmatik, teilweise auch mit der besonderen Betonung des Transportcharakters von Information

    Semiotik

    Die Semiotik .html"> (Daten), die das Wissen | (Wissen) erweitern. In älterer Literatur sind sie oft noch als zweckorientiertes Wissen definiert.

    Informationswissenschaft

    Die Informationswissenschaft .html"> (Wissen) und Information von zentraler Bedeutung. Information ist dabei Wissenstransfer bzw. "Wissen in Aktion". Information ''entsteht'' in diesem Sinne immer nur punktuell, wenn ein Mensch zur Problemlösung Wissen (eine bestimmte Wissenseinheit benötigt. Diese Wissenseinheit geht als Information aus einem Wissensvorrat in einen anderen über, z.B. aus einer Datenbank .html"> (Wissensrepräsentation) - Informationspräsentation | (Informationspräsentation).

    Ontologische Fragestellung

    Nach gegenwärtigem Stand des Wissens ist das Vorhandensein von Information immer an das Vorhandensein von Materie bzw. Energie gebunden. Diese dienen als Informationsträger | (Informationsträger): Information ist räumliche und/oder zeitliche Struktur innerhalb eines Informationsträgers, und kann daher ohne diesen nicht existieren. Inwieweit Information als dritte, eigenständige Grundkomponente neben Materie und Energie an der Struktur des Universums und des Lebens beteiligt ist, ist nicht klar. Interessant ist jedoch die Beobachtung, dass das Universum sich zu einem Zustand hoher Entropie .html"> (Evolution) es dagegen fertigbringt, unter Einsatz von Information diesem Trend entgegenzuwirken, lokal die Entropie zu verringern und sehr komplexe Strukturen zu schaffen. Insbesondere in der Philosophie wird daher auch immer wieder in eine Richtung gedacht, der Information eine eigene Existenz unabhängig von Energie und Materie zuzuschreiben. Diese Sichtweise findet sich zum Beispiel bereits bei Plato .html"> (Ideenlehre). Würden sich Belege für die Existenz solcher "reiner Informationen" finden lassen, wären auch reine Geistwesen denkbar.

    Weiterführende Angaben

    Siehe auch

    Desinformation | (Desinformation) - Digitale Information | (Digitale Information) - Information neben Energie und Materie als dritter Kernbegriff der Naturwissenschaften | (Information - Materie - Energie|Information neben Energie und Materie als dritter Kernbegriff der Naturwissenschaften) - information literacy | (information literacy) - Informationseffizienz | (Informationseffizienz) - Informationsmenge | (Informationsmenge) - Informationsparadoxon | (Informationsparadoxon) - Informationsquellen | (Informationsquellen) - Informationswissenschaft | (Informationswissenschaft) - Jugendinformation | (Jugendinformation) - Logikalie | (Logikalie) - Kommunikation | (Kommunikation) - Negentropie | (Negentropie) - Neurolinguistische Programmierung | (Neurolinguistische Programmierung) - Quanteninformation | (Quanteninformation) - Rhetorik | (Rhetorik) - Repräsentation | (Repräsentation) - Signal | (Signal) - Unterscheidbarkeit | (Unterscheidbarkeit) - Wahrheit | (Wahrheit) - Wortfeld Information | (Wortfeld Information)

    Literatur

    "Unmathematische" Einführungen:
  • Gitt, Werner: Am Anfang war die Information, 2. überarbeitete Auflage, Neuhausen / Stuttgart 1994
  • Nørretranders, Tor: ''Spüre die Welt'', Rowohlt, 1994; ISBN 3-4980-4637-3; eine verständliche Einführung in die Welt der Information, der Entropie und des Bewußtseins
  • Lyre, Holger: ''Informationstheorie'', Wilhelm Fink Verlag, München 2002; ISBN 3-7705-3446-8, Einführung in die Informationstheorie mit Ausblick auf die aktuellen Forschungen Lyres zur Quantentheorie der Information. Kenntnisse der Quantenphysik werden jedoch vorausgesetzt. Populärwissenschaftliche Einführungen mit mathematischen Beweisführungen:
  • Penrose, Roger: ''Computerdenken'', Spektrum der Wissenschaften-Verlagsgesellschaft, Heidelberg 1991; ISBN 3-8933-0708-7; Einführung in den Informationsbegriff, Turingmaschinen, Berechenbarkeit und künstliche Intelligenz Alle Bücher enthalten weitere Bibliografien. ==
  • http://www.madeasy.de/1/definfo.htm - diente als Quelle für die unteren Abschnitte dieses Artikels
  • http://www.ipo.tue.nl/homepages/mrauterb/publications/INFORM89paper.pdf

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