Die

Homonymie

( zu sein bzw. die Homonyme sind. Homonyme Wörter besitzen zwei oder mehrere Bedeutungen. Werden solche Wörter in ein und demselben logischen Zusammenhang verwendet, so spricht man auch von einer Äquivokation | (Äquivokation).

Zur Homonymie in der klassischen Logik

In der klassischen Logik ist Homonymie ein logischer Fehler, der dadurch entsteht, dass ein klanggleiches Wort in ein und demselben Schluss zur Bezeichnung verschiedener Begriffe verwendet wird. Diese Mehrdeutigkeit von Wörtern verschiedener Gattung benutzten die Sophist | (Sophist)en zur Konstruktion von Trugschlüssen, vermeintlichen Schlussfolgerungen. Bereits in der Antike war folgender Sophismus bekannt:
  • 1 "Die von Kranken genommene Arznei ist gut",
  • 2 "Je mehr Gutes man tut, desto besser ist es",
  • Schlusssatz:" Arznei muss man möglichst viel einnehmen". In diesem Sophismus wird die Mehrdeutigkeit des Wortes "gut" ausgenutzt; es bezeichnet im Obersatz die Wirkung der Arznei auf den Kranken, kennzeichnet aber im Untersatz das Handeln von Menschen, anderen Gutes, Angenehmes, Nützliches zu tun. In der Logik heißen derartige Sophismen quaternio terminorum | (quaternio terminorum)

    Zu den aus der Homonymie folgenden Fehlschlüssen

    Theoretisch werden zu den in der traditionellen Logik folgende vorwiegend aus der Homonymie stammenden Fehlschlüsse gerechnet:
  • fallacia etymologiae : bei diesem Fehlschluss wird einem Begriff eine seiner sprachlichen Ableitung fremde und nur rein äußerlich auf ihn zutreffende Bedeutung beigelegt
  • fallacia orthographiae : bei diesem Schluss wird eine gleichklingde Wortbedeutung unterstellt, die auf einem orthographischen Fehler in der Schreibweise beruht. Beispiel : Wer lehrt, bildet die Menschen. Der Zecher leert sein Glas, also bildet der Zecher die Menschen.
  • fallacia homonymiae simplicis : bei diesem Fehler liegt eine Verwechslung einer Person vor, wenn der Name der Verwechselten gleich ist. Beispiel: es wird der Philosoph "Feuerbach" mit dem gleichnamigen Maler verwechselt.
  • fallacia syntaxeos : ein Fehlschluss, der auf einer falsch verstandenen syntaktischen Beziehung beruht. Beispiel: "Jenes Werk in deinem Schrank ist Lessing .html"> (Platon) hatte schon in seinem Dialog "Euthydemos" nachgewiesen, dass dieser Fehler in der Hauptsache in der Äquivokation | (Äquivokation) und in der Weglassung eines Verbindungspartikels oder in einer im Zusammenhang selbstverständlichen Einschränkung bestehen.
  • fallacia metaphorae : ein Fehler der Gattung von Fehlschlüssen, bei der eine Metapher einmal in ihrer bildlichen und darauf in ihrer ursprünglichen Bedeutung auftritt. Beispiel: Die Jugend, der Lenz des Lebens, blüht nur einmal. Der Frühling ist die Jugend, mithin blüht der Frühlung nur einmal.
  • fallacia synonymis : der Fehler, der bei der Vertauschung synonymer Ausdrücke auftritt. Beispiel: Ein ärgerlich gewordener Schwerhöriger sagt zu einem anderen: Reise nach Venedig, da werden die 'Tauben' auf Staatskosten verpflegt. siehe auch Amphibolie | (Amphibolie)

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