Zur Definition

Die

Einheitswissenschaft

bezeichnete ein Programm und Ziel der Arbeit des Wiener Kreises .html"> (Empirismus) und Logik (siehe logischer Empirismus .html"> (Einheitssprache) formulierten einzelwissenschaftlichen Aussagen, Hypothesen, Theorien u.a. bilden. Auch eine Zeitschrift des 'Wiener Kreises' trug diesen repäsentativen Namen.

Zum Konzept der ''Einheitswissenschaft'' des 'Wiener Kreises'

Während die ''Einheit der Wissenschaft'' als bereits bestehend behauptet wurde - sie beruhte nach Moritz Schlick | (Moritz Schlick) auf der Einheit von Wirklichkeit und der Einheit der Erkenntnis -, forderte der 'Wiener Kreis' die ''Einheitswissenschaft'' als ein universales theoretisches System von Sätzen, in dem die Trennlinien und Unterschiede zwischen den Einzelwissenschaften aufgehoben sind und in dem nur ''eine'' Sprache, die physikalische Einheitssprache, verwendet wird. Diese Konzeption geht von der Voraussetzung aus, daß nur quantitative, aber keine qualitativen Unterschiede zwischen den Erkenntnisobjekten der Einzelwissenschaften existieren(Rudolf Carnap .html"> (Physikalismus).

Die Konzeption in ihrer Realisierung auf der sprachlichen Ebene

Mit dieser Konzeption von der physikalischen Einheitswissenschaft versuchte der Neopositivismus, dem realen Bedürfnis nach der Verwirklichung der Einheit der Wissenschaft entgegenzukommen und dieses Bedürfnis zugleich in subjektiv-idealistische Bahnen zu lenken. Die Vertreter des 'Wiener Kreises' verschoben damit das Problem der Einheit der Wissenschaft dagegen auf die rein sprachliche Ebene und "reinigte" es damit von seinen weltanschaulichen und gesellschaftlichen Bezügen. Die anschließende Wendung zum subjektiven Idealismus ergab sich u.a. aus der Interpretation der Wirklichkeit als "Erlebnisgegebenes" und aus der nominalistischen Auffassung vom Wesen des Begriffs.

Zu einigen Problemen der Konzeption

Das Programm des 'Wiener Kreises' erwies sich bereits bei dem Versuch, die Psychologie in der Einheitswissenschaft zu integrieren, d.h. Aussagen über psychische Sachverhalte in Aussagen über physikalische Sachverhalte zu übersetzen, als undurchführbar. Gegen die angenommene Universalität der Einheitssprache machte auch Alfred Tarski | (Alfred Tarski) Einwände geltend. Nach Tarski können Begriffe wie "wahr", "bezeichnen" u.a. nicht der Sprache angehören, in bezug auf die sie definiert wird. Wird diese Tatsache nicht beachtet, so entstehen Antinomie .html"> Objekt - .html"> (Metasprache) beseitigt werden können.

Von der Einheitswissenschaft zur "Vereinheitlichung" der Wissenschaft

Weiterhin wurde nachgewiesen, daß die Einheitssprache entweder logische Widersprüche enthalten muß oder nicht ''universal'' im Umfang sein kann. In der Folgezeit wurde das Programm der Einheitswissenschaft durch ein Programm der "Vereinheitlichung" der Wissenschaft abgelöst. Diese Vereinheitlichung vollzog sich nach Herbert Feigl | (Herbert Feigl) weiniger auf der Grundlage einer Einheitssprache, sondern vielmehr auf dem Wege der Bildung allgemeiner Theorien.

Zum Scheitern der Konzeption der "Einheitswissenschaft"

Dieses Programm einer Einheitswissenschaft war allein schon aus dem Grunde nicht durchführbar, weil sich die Prozesse | (Prozess (Philosophie | Prozesse und die Gesetzmäßigkeiten (als naturnotwendig Bedingtes der höheren Bewegunsgformen der Materie nicht vollständig auf solche niedriger Bewegungsformen reduzieren lassen. In der praktischen Ausführung hat sich der Versuch, das Problem der Einheit der Wissenschaft in ein rein "wissenschaftsinternes" Problem zu verwandeln, als Fehlorientierung erwiesen und konnte somit keine erfolgreiche Realisierung auf den Prozess der Verwirklinchung der Einheit der Wissenschaft erwarten lassen. siehe auch logischer Empirismus .html"> (Einheitssprache), Reduktionismus .html"> (atomare Tatsache), logischer Atomismus | (logischer Atomismus)

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